Mittwoch, 18. Oktober 2017

Rezension zu "Der Bruder" von Joakim Zander

Quelle: rowohlt.de
Sterne: 3/5
Seiten: 457
Verlag: Rowohlt
Preis:  14,99€

Inhalt:
Wo du herkommst, gibt es keine Zukunft. Wo Du hingehst, gibt es kein Zurück
Yasmine Ajam ist der rauen Stockholmer Trabantenstadt Bergort entflohen, sie arbeitet als Trendscout in New York. Doch eine alarmierende Nachricht lässt sie nach Jahren zurückkehren: Ihr Bruder Fadi wird vermisst, angeblich ist er tot. Und in Bergort droht die Gewalt zu eskalieren. Hat Fadis Verschwinden damit zu tun? Yasmine gibt die Hoffnung nicht auf, ihren Bruder lebend zu finden.
Klara Walldéen forscht in London für eine Menschenrechtsorganisation. Im Vorfeld einer Sicherheitskonferenz wird ihr Computer gestohlen, kurz darauf kommt ein Kollege zu Tode. Dass ihre Arbeit brisant ist, weiß Klara. Aber wer würde dafür töten? Die Spuren führen nach Schweden.
In Stockholm begegnen sich die jungen Frauen: Beide auf der Suche nach der Wahrheit. Beide in höchster Gefahr.


Meine Meinung:

Während mich Teil 1, Der Schwimmer, total gefesselt hat, kann ich das vom zweiten Teil der Reihe um Klara Walldéen leider nicht behaupten.
Die Story wird aus mehreren Perspektiven erzählt, wodurch man mehrere Geschichten geschildert bekommt. Erst gegen Ende lassen sich Verknüpfungen finden.
Wie auch in Band 1 geht es wieder gewissermaßen um Terrorismus, leider ein allzu aktuelles Thema. Hier bekommt man ein bisschen über die Hintergründe der Gruppen erzählt, das Leben, das sie Leben, und ihre Gedanken. Ich persönlich fand es relativ interessant, erschreckend und traurig, zu erleben, welche fanatischen Gedankengänge sie zeigen. 
Der Hauptstrang der Geschichte dreht sich um Yasmine, die versucht, ihren verschollenen, für tot erklärten Bruder zu finden. Anfangs zeigt die Handlung viel Potential und ist sehr spannend, aber schon nach wenigen Kapiteln dreht es sich gefühlt immer nur noch im Kreis, und die Spannung baut stark ab. 
Klara, die im Vergleich zu Der Schwimmer, nur eine untergeordnete Rolle spielt, ist auch hier wieder an den Ermittlungen beteiligt und dramatisiert die Geschichte immer wieder. Allerdings hilft das auch nur bedingt beim Spannungsaufbau.
Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar, trotzdem habe ich für dieses Buch dreimal so lange gebraucht wie für ähnlich umfangreiche Bücher. 
Fazit: Nach dem sehr spannenden Debüt war Der Bruder für mich eher enttäuschend, aber ich werde Teil 3 nichtsdestotrotz noch eine Chance geben. Sollte er allerdings nicht besser werden, werde ich diese Reihe wohl absetzen. 

Dienstag, 3. Oktober 2017

Rezension zu "Der Anruf kam nach Mitternacht" von Tess Gerritsen

Quelle: harpercollins.de
Sterne: 3/5
Seiten: 304
Verlag: Harper Collins
Preis:   9,99€
Hier kaufen

Inhalt:
Nichts Gutes passiert nach Mitternacht …

Nacht in einem Haus in Washington, D. C. Das Telefon klingelt. Als Sarah Fontaine kurz darauf das Gespräch beendet, ist ihre Welt eine andere: Man hat ihr gerade mitgeteilt, dass ihr Mann Geoffrey bei einem Hotelbrand ums Leben gekommen ist. In Berlin. Dabei sollte er doch auf Geschäftsreise in London sein! Zusammen mit dem Botschaftsmitarbeiter Nick O’Hara macht Sarah sich vor Ort auf die Suche nach Antworten. Was sie findet, ist ein perfider Racheplan …



Meine Meinung:
Ich habe nun wirklich schon einige Bücher von Tess Gerritsen gelesen und habe mittlerweile auch echt hohe Ansprüche. Leider konnten ihnen dieses Buch nicht ganz gerecht werden.
Eine Frau erfährt vom Tod ihres Mannes, und zusammen mit Nick O'Hara muss sie feststellen, dass er nicht der war, der er zu sein vorgab.
Die Handlung ist sehr spannungsgeladen und actionreich - das Problem ist nur, dass es, wenn es immer spannend ist, irgendwann nichts besonderes mehr ist. Somit habe ich, obwohl eigentlich immer etwas passiert ist, nie das Gefühl gehabt, das Buch nicht weglegen zu können.
Der Thriller ist ziemlich brutal, es wird viel ge- und erschossen, einige Leute sterben, und das Buch hat leider relativ wenig Tiefgang im Vergleich zu Gerritsens Reihe um Rizzoli und Isles.
Man erfährt immer mehr über die Charaktere, sowohl über die Haupthandlung, was passiert und warum, als auch über die Nebenpersonen und deren Hintergrund, so dass immer mehr Motive und Verdachte entstehen.
Die eingewobene Liebesgeschichte ist ganz niedlich zu lesen und war aber für die Handlung weder förderlich noch behindernd.
Fazit: Dieser Thriller ist sehr actionreich, allerdings nicht sonderlich tiefgründig, wie man es sonst von Gerritsen gewohnt ist. Man muss erwähnen, dass dieses Buch 1987 erschienen ist, also wohl eines der ersten Bücher der Autorin. Sie hat über die Jahre viel dazugelernt, sodass ich in Zukunft wohl eher die neueren Bücher von ihr lesen und lieben werde.

Samstag, 30. September 2017

Mein Lesemonat September 2017

Hallo meine Lieben!

Mein Lesemonat September war ein weiteres Mal sehr erfolgreich. Wie im August auch schon habe ich 10 Bücher geschafft!



  • Der Schneeleopard von Tess Gerritsen war mein erstes Buch im September. Es hat mir, wie alle der Autorin, sehr gut gefallen. Es bekam von mir 4 von 5 Sterne, und ich freue mich auf das neue Rizzoli&Isles Buch, das ja im November rauskommen soll!
  • Als nächstes habe ich die drei ersten Bände der Reihe um Olivia Rönning von Cilla und Rolf Börjlind gelesen. Die Reihe bis dahin hat mir auch sehr gut gefallen, und die Bücher haben von mir 4, 4 und 4,5 Sterne bekommen. Die Rezensionen zu Die dritte Stimme und Die Strömung könnt ihr euch gerne durchlesen. Auch zu Teil 4, Schlaflied, könnt ihr euch auch anschauen.
  • Die schönsten Märchen von Hans Christian Andersen ist ein wirklich bezauberndes Märchenbuch mit wunderschönen Märchen. Am besten gefällt mir Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern, das war schon davor mein absolutes Lieblingsmärchen! Die Rezension zum Buch findet ihr hier.
  • Die eisigen Schwestern von SK Tremayne habe ich mit einer Lesefreundin zusammen gelesen. Vorerst hatten wir 100 Seiten pro Tag geplant, aber nach 2 Tagen waren wir durch. Es war definitiv mein Monatshighlight und einfach der absolute Hammer!
  • Die Kinder von Wulf Dorn war daraufhin eine riesige Enttäuschung. In der Rezension könnt ihr nachlesen warum, aber kurz gesagt war es einfach nur lächerlich schlecht und mit Abstand mein Monatsflop.
  • Nachdem ich vor ein paar Monaten Die stille Kammer von Jenny Blackhurst verschlungen habe, wurde nun Das Mädchen im Dunkeln gelesen. An sich war es gar nicht so schlecht, aber da ich durch das erste Buch wusste, dass die Autorin es deutlich besser kann, war ich dennoch sehr enttäuscht. Letztendlich bekam es von mir 3,5/5 Sterne.
  • Vor ein paar Wochen habe ich Der Schwimmer von Joakim Zander gewonnen, und jetzt wollte ich es endlich lesen! Es hat mir wirklich sehr gut gefallen und bekam 4/5 Sterne von mir. Die nächsten zwei Bände habe ich jetzt auch hier liegen und freue mich darauf, sie bald zu lesen! 
  • Das letzte Buch diesen Monat war Totenkalt von Stuart MacBride. Nachdem die Rezensionen dafür relativ gut ausgefallen sind, habe ich mich sehr darauf gefreut, aber wurde ein weiteres Mal enttäuscht. In der Rezension könnt ihr nachlesen, weshalb es nur 2,5/5 Sterne bekommen hat.

So, das war's auch schon wieder! Ich geh davon aus, dass es nächsten Monat wieder ein bisschen weniger wird, da ich ab dem 2. meine Ausbildung anfangen werde, aber ich hoffe, dass ich trotzdem ein paar schöne Bücher lesen kann :)

Rezension zu "Totenkalt" von Stuart MacBride

Quelle: randomhouse.de
Vorsicht! Die Rezension kann Spoiler enthalten!

Sterne: 2,5/5
Seiten: 635
Verlag: Goldmann
Preis:   9,99€

Inhalt:

Martin Milne wird bereits seit drei Tagen vermisst, als Sergeant Logan McRae und sein Team eine Leiche finden. Der Tote liegt nackt, gefesselt und mit einer Plastiktüte über dem Kopf in einem Wald nahe der schottischen Küste. Doch es ist nicht Milne – es ist dessen Geschäftspartner. Ganz in der Nähe hatte man kurz zuvor die Studentin Emily Benton erschlagen aufgefunden. Hängen die Fälle womöglich zusammen? Die Ermittlungen leitet DCI Roberta Steel, die mit ihren Leuten aus Aberdeen in das Küstenstädtchen Banff kommt. Steel war früher McRaes Vorgesetzte, und das Verhältnis der beiden ist äußerst angespannt. Nun müssen sie sich zusammenraufen, um die beiden Morde aufzuklären. Oder sind es längst drei Morde? Von Martin Milne 
fehlt nämlich noch immer jedes Lebenszeichen …


Meine Meinung:

Der Klappentext klingt relativ interessant - ein möglicher Serienmord, Polizisten, die nicht miteinander klarkommen... Zudem habe die Bewertungen auf Goodreads sehr viel versprochen.
Erwartet hat mich dann allerdings ein relativ schleppender Thriller, der versuchte, drei verschiedene Stories miteinander zu verbinden. Der eigentliche Fall um Milne, McRaes privaten "Probleme" mit einem Kriminellen der ihn auf dem Kieker hat und die Interne Ermittlung um Steel. Ach ja, das reicht natürlich nicht an Drama, selbstverständlich darf die anfangs komatöse, später tote Freundin von Logan nicht fehlen! Und warte, ich habe doch nicht etwa die unbekannte Halbschwester, die auf einmal seine Vorgesetzte ist, vergessen, oder? Das alles war ein bisschen viel des Guten. Mir kam es teilweise so vor, als wüsste der Autor mit einer Story kein ganzes Buch zu füllen... Ein 250-Seiten Buch mit EINER Handlung, die mich fesselt und spannend ist, wäre mir dagegen deutlich lieber gewesen. Denn man muss sagen, jede einzelne der drei oben genannten Teilgeschichten hätte Potential gehabt.
Das Buch war für meinen Geschmack eindeutig zu brutal; und ich bin definitiv nicht zimperlich. Gefühlt wird alle drei Seiten jemand verprügelt, ermordet, oder es geschieht eine Schießerei. Und wenn nicht, versetzen einen Steels Äußerungen, die eigentlich so gut wie immer "Ärsche" und "Stiefel", beziehungsweise ihre Stiefel in anderer Leutes Enddärmen beinhalten. Dabei drückt sie sich aus, wie ein pubertärer 16-jähriger wanna-be Drogenboss. Hätte ich eine Kollegin wie sie, ich würde auf der Stelle kündigen.
Logan selbst hat mich auch unglaublich genervt. Seine andauernden Selbstgespräche kann man vielleicht noch auf seinen geistigen Zusand zurückführen. Ich halte ihn aber zudem für ein absolutes Weichei. Er heult die ganze Zeit rum und gibt sich aber nach außen hin wie der härteste Kerl.
So, jetzt kommen wir noch zu ein paar positiven Pünktchen, da das Buch ja doch noch ein paar Sternchen bekommen hat. Stellenweise war es spannend. Der Schreibstil war in Ordnung. Und das Cover hat mir gefallen.
So, das wär`s dann...
Fazit: Ich kann die zahlreichen guten Bewertungen nicht nachziehen, aber wer auf äußerst kreative Schimpfwortneologismen, zahlreiche Schläger- und Schießereien und mehrfache, aber relativ langweilige Handlungsstränge steht, dem könnte das Buch ja gefallen :-)

Freitag, 15. September 2017

Rezension zu "Die Kinder" von Wulf Dorn

Quelle: randomhouse.de
Sterne: 1/5
Seiten: 316
Verlag: Heyne
Preis:   16,99€
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Inhalt:
Auf einer abgelegenen Bergstraße wird die völlig verstörte Laura Schrader aus den Trümmern eines Wagens geborgen. Im Kofferraum entdecken die Retter eine grausam entstellte Leiche. Als die Polizei den Psychologen Robert Winter hinzuzieht, wird dieser mit dem rätselhaftesten Fall seiner Karriere konfrontiert: Die Geschichte, die Laura Schrader ihm erzählt, klingt unglaublich. Doch irgendwo innerhalb dieses Wahnkonstrukts muss die Wahrheit verborgen sein. Je weiter Robert vordringt, desto mehr muss er erkennen, dass die Gefahr, vor der Laura Schrader warnt, weitaus erschreckender ist als jeder Wahn.

Meine Meinung:

Achtung, enthält Spoiler

Ich habe selten ein so schlechtes Buch gelesen.

Mir war im Vorfeld bewusst, dass die Meinungen sehr gespalten waren. Die einen sagten, es ist super, die anderen fanden es schlecht. Die Bewertung auf Goodreads mit 3,16 Sternen hat mir dann auch ein wenig Angst gemacht. Doch auch hier sah man wieder, dass es viele 4 und viele 1 Stern Bewertungen gab, ansonsten außer ein paar 5 Sternen kaum was.
Also gut, ich dachte mir also, ich probiere es einfach mal aus. Schon oft habe ich Bücher als ganz anders empfunden als der Durchschnitt (siehe zB Good as Gone). 
Die Story beginnt mit einem Unfall, bei dem eine Mädchenleiche aus dem Wagen geborgen wird. Sie wurde erschossen. Der Rest der Geschichte wird in der Vernehmung der Fahrerin des Wagens erzählt. Und diese ist absolut abstrus.
Ich habe die ganze Zeit über gehofft, dass noch was gescheites bei rauskommt, auch wenn ich die Hoffnung immer weiter verloren habe. Vielleicht ist Laura ja wirklich nur verrückt, hat irgendeine Psychose oder sonst was. Ich wollte nicht glauben, dass das, was ich da lese, wirklich auf dem Papier steht, dass ein relativ berühmter Autor wirklich so einen Schmarrn zusammen schreibt. Doch leider hat sich die Geschichte am Ende anscheinend doch bewahrheitet. Kinder, die alle Erwachsenen töten wollen.
Die Erklärung, die am Ende noch geliefert wurde, sollte wohl noch ein bisschen Spannung und Verunsicherung mit reinbringen. Ist der Polizist im letzten Kapitel auch damit infiziert und halluziniert, oder wird seine Frau tatsächlich von seinen Kindern getötet? 
Ich weiß es nicht, aber um ehrlich zu sein ist es mir auch egal.
Ich wurde schon lange nicht mehr so dermaßen enttäuscht, und das wird definitiv mein erstes und letztes Buch von Dorn gewesen sein.

Trotz allem möchte ich mich beim Heyne Verlag für das Rezensionsexemplar bedanken.

Anmerkung: Ich möchte niemandem zu nahe treten. Die vielen positiven Rezensionen zeigen, dass das Buch auch einigen Leuten gefallen hat. Es war anscheinend nur einfach  nicht mein Geschmack. Meine Meinung ist MEINE Meinung, und keinesfalls allgemeingültig.

Dienstag, 12. September 2017

Rezension zu "Die schönsten Märchen" von Hans Christian Andersen

Quelle: randomhouse.de
Sterne: 5/5
Seiten: 380
Verlag: Pinguin
Preis:   12,00€
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Inhalt: 
Vor über hundert Jahren traten Hans Christian Andersens unvergleichliche Märchenerzählungen ihren Siegeszug durch Europa, ja um die ganze Welt an und bezaubern bis heute Kinder und Erwachsene gleichermaßen. Dieser exklusiv zusammengestellte Auswahlband vereint die 20 schönsten und beliebtesten Andersen-Märchen, darunter unvergängliche Perlen wie „Däumelinchen“, „Die Prinzessin auf der Erbse“, „Des Kaisers neue Kleider“, „Das hässliche Entlein“, „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“, „Die Eisjungfrau“ oder "Der standhafte Zinnsoldat".

Meine Meinung:
Nach meinem Besuch der Kleinen Meerjungfrau in Kopenhagen wollte ich unbedingt das Märchen lesen. Während der Recherchen fiel mir auf, dass mein absolutes Lieblingsmärchen "Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern" vom gleichen Autor ist, und dass es von Randomhouse ein Märchenbuch desselben gibt.
Und was soll ich sagen - ich bin hin und weg. Ich habe die Ankunft des Buches erwartet wie verrückt, und jetzt liegt es auf meinem Nachttischchen und ich lese jeden Abend eine Geschichte. Sie sind alle so wunderschön, auch wenn bisher keines meinen oben genannten Liebling toppen konnte. 
Das Cover an sich ist ja auch schon ein Träumchen. Es ist relativ dunkel gehalten, mit weißer und goldener Schrift. Es wirkt ein bisschen märchenhaft aber überhaupt nicht kitschig. Es ist einfach super gelungen.
Ich freue mich jeden Abend auf's neue auf eine Geschichte, und genau so darauf, in 10 Jahren meinen Kindern daraus vorzulesen.

Rezension zu "Die Strömung" von Cilla & Rolf Börjlind

Quelle: randomhouse.de
Sterne: 4,5/5
Seiten: 525
Verlag:btb
Preis:   9,99€
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Inhalt:
In den Wäldern von Schonen im südlichen Schweden kommt es zu einem entsetzlichen Verbrechen. Ein kleines Mädchen wird ermordet, als es friedlich spielend im Sandkasten sitzt. Ein familiärer Hintergrund? Doch zwei Tage später der zweite Kindermord, diesmal in der Nähe von Stockholm. Was verbindet die beiden Fälle? Schnell fällt der Verdacht auf eine rassistische Gruppierung, die beide Elternpaare zuvor offen bedroht hat. Aber ist es wirklich so einfach? Und warum tauchen gerade jetzt Hinweise auf einen alten, nie geklärten Mord an einer hochschwangeren Edelprostituierten auf? Olivia Rönning, eine junge ehrgeizige Polizistin, und Tom Stilton, ein einst berühmter Kommissar, sind aus jeweils ganz persönlichen Gründen an der Aufklärung dieser Verbrechen interessiert. Sie kommen einer Geschichte aus auf die Spur, wie sie verquerer und abscheulicher nicht sein könnte…

Meine Meinung:
Ein Jahr nach "Die dritte Stimme" ermittelt Olivia Rönning wieder: Dieses Mal als echte Polizeibeamtin, was mir sehr gut gefallen hat. Ist natürlich gut und schön, wenn sie als unbefugte einen Mord aufklärt, wie in den ersten zwei Teilen, doch trotzdem etwas realitätsfern. Hier ist natürlich auch Mette wieder im Boot, auch wenn das meiner Ansicht nach schon ein sehr großer Zufall ist. Naja, Zufall hin oder her, Mette, Olivia und Tom ermitteln wieder gemeinsam, und diesmal ist es ihren Schöpfern besser denn je gelungen, den Leser in die dunklen Tiefen der Kriminalität zu ziehen.
Auch in diesem Teil wird ein soziales Problem behandelt: Dieses Mal der Rechtsextremismus und Nationalsozialismus, in direkter Verbindung mit Ausländerhass. Leider stellt dies einen allzu modernen Realitätsbezug dar, und jetzt, kurz vor der Bundestagswahl ist es vielleicht nochmal besonders wichtig sich darüber Gedanken zu machen.
Die Story ist von Anfang bis Ende spannend, ich denke, das liegt mitunter daran, dass die Opfer dieses Mal Kinder sind. Meiner Meinung nach verleiht das dem Ganzen nochmal eine ganze Nuance an fesselnder Brutalität.
Während immer mehr neue Hintergründe und Namen ins Spiel kommen, wird es teilweise etwas verwirrend und verworren, allerdings ist es mir gelungen, weiterhin den Durchblick zu behalten. Aufgelöst wird der Fall erst gegen Ende, wobei man aber ab Mitte des Buches, genauso wie das Ermittlerteam, erste Vorstellungen davon bekommt, um wen es sich bei dem Mörder handelt.
Der Schreibstil war ein weiteres Mal flüssig und gut lesbar. Beim dritten Band habe ich nicht einmal die Kapitellänge zu bemängeln; ob sie tatsächlich kürzer waren oder es mir dieses Mal einfach nicht so vorkam, kann ich nicht sagen.
Fazit: In meinen Augen der bisher beste Teil der durchaus gelungenen Reihe um Olivia Rönning. Zusammen mit den anderen Bänden eine klare Leseempfehlung von mir!

Donnerstag, 7. September 2017

Rezension zu "Die dritte Stimme" von Cilla und Rolf Börjlind

Quelle: randomhouse.de
Sterne: 4/5
Seiten: 539
Verlag: btb
Preis:    9,99€
Hier kaufen

Inhalt:

Der zweite Fall für Olivia Rönning und Tom Stilton

Marseille: In einem Naherholungsgebiet wird die Leiche einer jungen Frau gefunden. Sie wurde brutal ermordet. Man weiß nicht viel über sie - nur dass sie in einem Zirkus ganz in der Nähe gearbeitet hat. Zur selben Zeit in Stockholm: In seinem Haus in Rotebro erhängt sich der Zollbeamte Bengt Sahlmann. Schnell findet die Polizei heraus, dass es sich nicht um einen Selbstmord gehandelt hat - obwohl alles darauf hindeutete
Zwei Fälle, die auf den ersten Blick nichts miteinander zu tun haben. Zwei Morde, an deren Aufklärung Polizeianwärterin Olivia Rönning und der ehemalige Kriminalkommissar Tom Stilton ein jeweils ganz privates Interesse haben ...


Meine Meinung:

Der zweite Teil der Reihe um Olivia Rönning ist nun mein dritter der Autoren, und wie auch schon Schlaflied und Die Springflut fand ich es gut.
Der Einstieg ist ein weiteres Mal rasant und direkt und erzählt einen Mord aus den Augen der Sterbenden, die aber von oben zuschaut. Man ist direkt im Geschehen drinnen und will wissen, was es mit diesem Mord auf sich hat.
Nachdem wir im letzten Band mehr über Olivias Herkunft gelernt haben, muss auch sie diese Erkenntnisse erstmal verarbeiten, stürzt sich aber bald Hals über Kopf in den nächsten Fall, auch wenn sie nach wie vor keine Polizeibeamtin ist. Jedoch meistert sie ihn ein weiteres Mal gekonnt, natürlich nicht ohne Hilfe von Tom Stilton. Seine Figur ist mir über die Bücher sehr ans Herz gewachsen, vor allem in Anbetracht seiner eigenen Geschichte. Er wirkt, wie Rönning auch, sehr authentisch und ist mir definitiv sympathisch.
Nach dem rasanten Einstieg ist der Kriminalroman immer mal wieder mehr, mal weniger spannend, aber immer fesselnd, sodass das Lesevergnügen nicht lange angehalten hat.
Wie auch in den anderen Bänden wird hier nicht nur ein Fall gelöst, sondern am Rande auch soziale Probleme, wie hier der Pflegenotstand und die Geldgier in Pflegeheimen sowie die Prostitution, behandelt.
Der Schreibstil ist ein weiteres Mal flüssig und gut zu lesen, auch wenn mir hier, genauso wie in Teil 1 und 4 der Reihe, die Kapitel stets ein wenig zu lang waren. Bei mir verleitet das immer zum Verfrühten Aufhören, wo ich anderenfalls noch ein paar Seiten lesen würde.
Fazit: Ein weiterer gelungener, spannender Kriminalroman von Cilla und Rolf Börjlind, der Lust auf den dritten Teil macht.

Freitag, 1. September 2017

Mein Lesemonat August 2017







































Diesen Monat war ich sehr erfolgreich! Ich habe insgesamt 10 Bücher gelesen, und zwar nicht (wie im Januar) lauter kurze Bücher, sondern normale, mit durchschnittlich ja 400 Seiten.


    • Angefangen habe ich mit Der Beobachter von Charlotte Link. Es war eindeutig mein letztes Buch der Autorin, und mit seiner 2-Sterne-Bewertung habe ich es auch direkt weiterverschenkt. In der Rezension könnt ihr nachlesen, warum es mir nicht gefallen hat.
    • Es folgte Mädchentod von Julia Hearberlin. Dieser Thriller hat mir gut gefallen, er hat von mir 4/5 Sterne bekommen. Lest euch doch die Rezension durch :)
    • Good As Gone von Amy Gentry konnte mich trotz seiner eher schlechten Durchschnittsbewertung größtenteils überzeugen und bekam von mir 3,5/5 Sterne. Hier könnt ihr genaueres nachlesen.
    • Danach habe ich Sag Kein Wort von Raphael Montes gelesen. Durch die vielen positiven Bewertungen habe ich mir ein bisschen zu viel erhofft, von mir gab es nur 3 Sterne. Hier findet ihr die Rezension.
    • Es folgte das erste meiner zwei Monatshighlights: Die Bestimmung des Bösen von Julia Corbin! Ein absolutes Meisterwerk das ich euch nur empfehlen kann! Warum es die 5 Sterne absolut verdient hat, könnt ihr in der Rezension nachlesen.
    • Schlaflied von Cilla und Rolf Börjlind hat mir gut gefallen, und bekam 4/5 Sternen. Hier geht's zur Rezension.
    • Als nächstes habe ich Black Memory von Janet Clark gelesen. Auch hier hatte das Buch eine sehr gute Bewertung, und auch mich konnte es überzeugen. Die Erklärung zu den 4 Sternen könnt ihr hier nachlesen.
    • Das zweite  Monatshighlight war Die 7 Farben des Blutes von Uwe Wilhelm! Ich werde hier garnicht zu viel verraten, lest euch die Rezension durch und erfahrt, warum ich ihm 5 Sterne gegeben habe :)
    • Auch Die Stille Kammer von Jenny Blackhurst konnte mich überzeugen! Gott sei Dank, denn ich habe noch ein zweites Buch von ihr auf meinem SuB... Es bekam von mir 4,5 Sterne, eine Rezension gibt es dazu leider nicht. Aber soviel kann ich verraten: Lest es, es ist es absolut wert!
    • Last (und in diesem Fall leider auch least) habe ich meinen Monatsflop Blutroter Frost von Meredith Winter gelesen. Ich hatte mir darunter leider etwas ganz anderes erhofft, deshalb bekam es von mir nur 2,5 Sterne. Lest euch gerne die Rezension durch, falls es euch interessiert!

Rezension zu "Blutroter Frost" von Meredith Winter

Quelle: lovelybooks.de
Sterne: 2,5/5
Seiten: 345
Verlag:Sommerverlag
Preis:  9,99€
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Inhalt:
Julie, 35, Anästhesistin, will sich mit einer eigenen Tageschirurgie selbstständig machen. Doch sie wird unwissend Mitglied einer Leichenteilmafia, welche beabsichtigt, ihren OP, als Sektionssaal zu nutzen. Zu verdanken hat sie dies ihrem Exfreund Benjamin, der sich als Makler ausgibt und durch sein erneutes Liebeswerben vorhat, sich Zugang zu ihrer Praxis zu verschaffen. In die Quere kommt ihm dabei Spencer, der neue Freund von Julie.
Und er ist beizeiten nicht der Einzige, nach dessen Leben die Leichenteilmafia trachtet ...
Meine Meinung:
Vorab vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar :)
Blutroter Frost wurde mir als Romantic Suspense bzw. Ladythriller vorgestellt und mit den Büchern von Karen Rose verglichen. Für meinen Geschmack war das hier allerdings zu viel Romantic und zu wenig Suspense.
Die Handlung dreht sich größtenteils um eine sehr kitschige Liebesgeschichte zwischen Julie und Spencer. Ab ca. der Hälfte des Buches kommt dann noch die Sache mit der Leichenteilfirma in's Spiel. Meiner Meinung nach kam dieser Teil der Geschichte aber eindeutig zu kurz - er spielt am Rande eine kleine Rolle, Haupthandlung ist aber weiterhin die Liebesgeschichte um Julie und Spencer.
Ich lese eigentlich keine Liebesromane, daher habe ich keine Vergleiche, um dieses Buch einzuordnen. Für meinen Geschmack war es aber  viel zu kitschig (wie gesagt, keine Ahnung ob das normal ist). Im Endeffekt aber dann doch ganz in Ordnung, und ich wollte wissen, wie es weitergeht.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen, er ist flüssig und gut lesbar, auch wenn sich viele Kommafehler eingeschlichen haben.
Fazit: Zu viel Kitsch, zu wenig Spannung: Wenn einen die Liebesgeschichte mehr interessiert als die kriminellen Tätigkeiten, und man auf sehr viele "Ich liebe dich so sehr"s und "Ich vermisse dich"s steht, dann kann ich dieses Buch wärmstens empfehlen. Für Leute wie mich, die es eher aufgrund des Thrillers lesen, ist es leider wohl eher nichts.

Dienstag, 29. August 2017

Rezension zu "Ich einfach unverbesserlich 3" (Hörbuch)

Quelle: randomhouse.de
Sterne: 3/5
Dauer:  1h47min
Verlag:  Randomhouse
Preis:     8,99€
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Inhalt:
Der Sommer 2017 wird gelb: Die Minions sind zurück! "Ich - Einfach unverbesserlich 3" bringt Gru und seine kleinen gelben Helfer zurück auf die große Leinwand. Zusammen mit Grus lange verschollenem Zwillingsbruder Dru müssen sie die Welt vor dem gescheiterten Kinderstar Balthazar Bratt retten, der die Weltherrschaft an sich reißen will. Mit dabei sind natürlich auch Lucy und Grus Adoptivtöchter Agnes, Edith und Margo.




Meine Meinung:
Mir war gar nicht klar, dass es zu den Filmen auch Hörbücher gibt! Als ich das rausgefunden habe, war ich skeptisch und gleichzeitig neugierig , wir das wohl umgesetzt wird. Also habe ich es mir angehört, und bin beeindruckt! Ich habe den Film vor dem Hörbuch gesehen, kannte daher die Story schon, aber das Hörbuch erzählt exact die gleiche, also auch mit gleichem Wortlaut (soweit ich das beurteilen kann). 
Die Minions kennt vermutlich jeder: Kleine gelbe TicTacs, die eine vollkommen unverständliche und gleichzeitig verständliche Sprache reden. Die sind einfach zum Brüllen!  Leider spielen sie in diesem Teil nur eine Nebenrolle und kommen vergleichsweise selten vor. Umso mehr im Vordergrund stehen Gru, Lucy und die Mädchen.
Und hier komme ich zu meiner Kritik, nicht nur an diesem Hörbuch, sondern der gesamten Reihe: Ja, sie ist absolut niedlich, ja, ich bin auch dem Minionwahn verfallen. Aber sind die Geschichten wirklich für Kinder geeignet? Meiner Meinung nach ganz klar nein. Kinder sollten nicht mit Bösewichten und Schurken, mit Waffen und Schlägereien unterhalten werden. Natürlich, es ist alles süß dargestellt, aber wenn man mal drauf achtet, sterben hier nicht weniger Leute als im Tatort, zudem die Kinder ins Bett geschickt werden. Dafür, dass die Altersfreigabe ab 5 ist, finde ich sie eindeutig zu brutal, man hat sich komplett im Thema vergriffen. Sätze wie "und er erinnerte sich daran, wie gut es sich anfühlte, böse zu sein" (auf CD 2) mögen sich im Kontext ja ganz süß anhören, aber gehört nicht in die Ohren eines 5-jährigen Kindes, das dann natürlich auch böse sein will, denn die Filmhelden sind natürlich immer die Vorbilder.
Ich bin nicht der Ansicht, dass man Kinder in Watte packen soll. Ich halte nicht viel von diesen neupädagogischen Ansätzen, von wegen du darfst dein Kind nicht schimpfen, weil es sonst das Vertrauen in dich verliert. Ich selbst werde meine Kinder auch nicht in Watte packen und mit Sicherheit keine Helikoptermitter sein, denn es gibt nichts schlimmeres als das. Aber in meinen Augen gehören Waffen, Schurken, Superagenten und Überfälle nicht in den Kopf von kleinen Kindern. Zumindest nicht derart kleinen Kindern.

Rezension zu "Die 7 Farben des Blutes" von Uwe Wilhelm

Quelle: randomhouse.de
Sterne: 5/5
Seiten: 479
Verlag:blanvalet
Preis:   9,99€
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Inhalt:

Er hasst sie, er jagt sie, er tötet sie ...

Drei Morde in drei Monaten. Drei Frauen. Drei Verkündungen, in denen der Mörder von sieben „Heilungen“ erzählt. Die Berliner Polizei steht unter Druck. Doch dann ist die Serie mit einem Mal beendet und gerät in Vergessenheit – nur nicht für Staatsanwältin Helena Faber, die davon überzeugt ist, dass dies erst der Anfang war. Als ein Jahr später eine vierte Frau brutal ermordet wird, macht Helena Jagd auf den, der sich selbst Dionysos nennt. Es ist der Beginn eines Rennens gegen die Zeit, aber auch eines Kampfes ums Überleben, denn Helena ist ins Visier des Täters geraten. Und Dionysos wird nicht aufgeben, solange sie nicht „geheilt“ wurde …

Meine Meinung:
Ein Thriller über Frauenhass, wie es ihn noch nie zuvor gegeben hat.
Die 7 Farben des Blutes hat mich aus vielen Gründen sofort gereizt: Ein spannender Klappentext, ein irrer Titel und ein ziemlich cooles Cover. Aber dennoch hatte ich nicht allzu große Erwartungen an das Buch, da die Rezensionen auf Goodreads gerade mal einen Schnitt von 3,86 ergaben. Das ist natürlich nicht schlecht, allerdings sind das meiner Erfahrung nach meistens die Middleclass-Bücher.
Sobald ich das Buch angefangen hatte, war ich gefesselt. Frauen werden bestialisch ermordet, man wird an eine Mordserie des vergangenen Jahres erinnert und fängt erneut an, zu ermitteln. 
Die Hauptfigur, Helena Faber, eine allein erziehende, geschiedene Staatsanwältin war mir von Anfang an sehr sympathisch. Auch der Rest des Teams, bis auf zwei Ausnahmen (es offenbart sich dann auch, warum) habe ich als sehr authentisch empfunden.
Das Buch ist von Anfang bis Ende spannend, Durchhänger gibt es kaum. Immer wieder treten neue Erkenntnisse hervor, die einen schrecklichen Verdacht verursachen. Auch die persönlichen, gesundheitlichen Probleme einer Figur sorgen für Spannung. Man fiebert und mit ihr mit. Man liest dieses Buch nicht, sondern man erlebt es.
Der Schreibstil ist gut lesbar und flüssig, und die Kapitel haben eine angenehme Länge.
Kleine Anmerkung am Rande: Eine Rechtsmedizinerin, die Mitte 20 ist, hätte mit 14 ihr Abitur machen müssen ;) Und Leute, die 110kg wiegen, freuen sich höchstwahrscheinlich nicht auf eine Stunde (!) joggen. Allerdings sind diese kleinen Fehlerchen für mich dermaßen unbedeutend, da der Rest des Buches absolut klasse war. 
Fazit: Genau so muss ein Thriller sein: Absolut fantastische Figuren, Spannung ohne Ende und eine grausame Geschichte dahinter! Volle Punktezahl für Die 7 Farben des Blutes!

Montag, 28. August 2017

Rezension zu "Black Memory" von Janet Clark

Quelle: randomhouse.de
Sterne: 4/5
Seiten: 384
Verlag: Heyne
Preis:    12,99€
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Inhalt:

Ein vermisstes Mädchen mit einer einzigartigen Inselbegabung.
Eine Ärztin, die sich an jedes Detail ihrer Ausbildung erinnern kann, aber nicht an ihren Namen und auch nicht an das Verbrechen, das sie begangen haben soll.
Als Clare orientierungslos auf einem Boot vor der indonesischen Küste erwacht, wird sie verhaftet. Sie soll ein kleines Mädchen entführt haben. Nur durch den Einsatz eines Mannes, mit dem sie angeblich verheiratet ist, kommt sie frei.
Zurück in London begreift sie, dass der Schlüssel zu dem Schicksal des vermissten Mädchens in ihrer Erinnerung vergraben ist. Doch diese ist verschüttet - von einem Trauma, so extrem, dass sich Clare mit einem völligen Blackout schützt.


Meine Meinung:

Die Rezensionen zu diesem Buch haben mir sehr viel davon versprochen. Und größtenteils wurden diese ziemlich hohen Erwartungen auch erfüllt.
Die Grundsituation der Hauptperson ist ziemlich ... heftig (tut mir leid, ich finde, kein anderes Wort beschreibt sie so gut wie dieses). Clare wird im Meer vor Indonesien aus dem Wasser gefischt, und kann sich an nichts, was ihre Person betrifft, erinnern. Medizinische Fachbegriffe - kein Problem. Ihr Name, Alter oder gar Aussehen - vergeblich.
Durch diese Startsituation wird sofort Spannung aufgebaut. Wer ist sie? Was ist ihr passiert? Als sie dann auch noch festgenommen wird und erfährt, dass sie wegen Kindesentführung international gesucht wird, ist das Chaos perfekt.
Clare findet immer mehr über sich und ihr Umfeld heraus, aber sowohl sie als auch der Leser weiß nicht, wem sie trauen kann, welche Version ihrer Vergangenheit nun der Wahrheit entspricht. Auch hier wird der Spannungsbogen aufrecht erhalten.
Biologisch gesehen ist dieses Buch sowohl sehr informativ als auch teilweise ziemlich abstrus. Man erfährt einiges über das Gehirn, wie Erinnerungen und das Gedächtnis funktionieren. Einige angesprochene Theorien, sind  in meinen Augen aber absoluter Schwachsinn. Ob das tatsächliche in Debatte steht, ob es wirklich eine erwogene Möglichkeit ist, weiß ich nicht, genau so wenig wie ich Biologie oder dergleichen studiert habe. Allerdings ist diese Theorie mit meinem bisherigen Wissensstand weder nachvollziehbar noch annähernd realistisch, und ich denke, dass sie tatsächlich mehr Fiktion als sonst was ist.
Das Buch wird gegen Ende sehr dramatisch, und erst hier offenbart sich die wahre Geschichte. Die Auflösung gefällt mir sehr gut, genauso wie der flüssige Schreibstil und der Großteil der Charaktere.
Fazit: EinThriller, bei dem man niemandem trauen kann, der mit seinen vielen Wendungen und neuen Erkenntnissen immer wieder neu für Spannung sorgt, und bei dem man einiges über das Gedächtnis lernen kann. Eine klare Leseempfehlung von mir!

Rezension zu "Schlaflied" von Rolf und Cilla Börjlind

Quelle: randomhouse.de
Sterne: 4/5
Seiten: 576
Verlag: btb
Preis:   15€
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Inhalt:

Der neue Fall des schwedischen Ermittlerteams Olivia Rönning und Tom Stilton

Am Stockholmer Hauptbahnhof herrscht Chaos. Ein Mädchen im Strom der Asylsuchenden schlägt sich ganz alleine durch. Aus Angst vor den Behörden lebt sie mehr schlecht als recht auf den Straßen Stockholms – bis sie auf die Obdachlose Muriel trifft, die sich ihrer annimmt. Gemeinsam suchen sie Zuflucht in einer einsamen Hütte auf dem Land. Aber ist es in den Wäldern Smalands wirklich sicherer als auf den Straßen von Stockholm? Zur selben Zeit versucht der frühere Kriminalkommissar – und frühere Obdachlose – Tom Stilton seinen Polizeikollegen zu beweisen, dass er wieder ganz auf der Höhe ist. Er soll dabei helfen, den grausamen Tod eines Jungen aufzuklären, der vergraben im Wald gefunden wurde. Wenig später bittet ihn Muriel um Hilfe, weil sie ihren Schützling in Gefahr glaubt. Haben die Fälle etwa miteinander zu tun? Tom Stilton und Olivia Rönning kommen der Wahrheit nur langsam auf die Spur ...

Meine Meinung:
Die vermeintlich soo guten skandinavischen Thrillerautoren haben mich schon oftmals enttäuscht. Seither bin ich nicht selten vorsichtig, wenn ich Namen wir Börjlind lese. Was genau mich an diesem Buch so gereizt hat, kann ich nicht sagen. Der Klappentext klingt gar nicht mal so vielversprechend, der Titel ist relativ aussagelos und klingt eher einschläfernd, und das Cover sieht zwar gut aus, aber noch nicht so gut als dass es für einen Coverkauf reicht. Dennoch wollte ich dieses Buch lesen, und ich wurde definitiv nicht enttäuscht.
Der Schauplatz ist - wie nicht selten in skandinavischen Thrillern - Schweden. Ein Jungenleiche wird grausam zugerichtet in einem einsamen Wald gefunden. Der Prolog hat damit erstmal nichts zu tun. Er handelt, zusammengefasst, von einem Mann, der einer Frau beim Bunjeejumping das Seil löst, und sie somit in den Tod stürzen lässt. Was das mit dem Fall zu tun hat, findet man erst gegen Ende des Buches raus. Aber dieser Prolog sorgt auf jeden Fall für Spannung, schon auf den ersten Seiten.
Diese Spannung wird den Großteil des Buches aufrecht erhalten. Durch viele Wendungen und neue Erkenntnisse, die nicht selten als Sackgasse enden, wird immer wieder für neue Spannung gesorgt. Das gleiche Zeil verfolgen auch die vielen Handlungsstränge, die irgendwann in einen zusammenlaufen. Anfangs ist es zwar ein bisschen unübersichtlich, aber bald kann man Zusammenhänge erahnen. Leider sorgen zu viele persönliche Diskussionen und Probleme ab und zu für einen drastischen Abfall der Spannung. Die vielen Wiederholungen machen das nicht besser. Dass Tom mal obdachlos war, konnte ich mir schon nach der ersten Erwähnung merken; und ich bezweifle, dass es Leser gibt, die dafür derart viele Hinweise brauchen.
Die Diskussion über Flüchtlinge wird in diesem Buch ausführlich behandelt, da diese einen nicht unwesentlichen Part in der Handlung einnehmen. Ich möchte hier dazu gar keine Stellung einnehmen - das ist meiner Meinung nach nicht der Richtige Ort dafür, schließlich soll es auf diesem Blog um Bücher, und nicht um Politik gehen - aber man bekommt sehr viel vom Leben der Flüchtlinge, der Situation des Aufnahmelandes und den traumatischen Belastungen mit. Wen sowas stört, sollte lieber einen großen Bogen um diesen Thriller machen; ohne geht's hier einfach nicht.
Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar. Ein weiterer Kritikpunkt sind lediglich die gefühlt endlos langen Kapitel. Bei mir sorgt das immer dafür, dass ich abends deutlich früher aufhöre, im Gegensatz zu kurzen Kapiteln, wo ich mir denke, ein zwei weitere gehen noch.
Fazit: Ein spannender Thriller mit vielen Wendungen, der sich rund um die Flüchtlingsproblematik dreht. Klare Leseempfehlung!

Donnerstag, 17. August 2017

Rezension zu "Die Bestimmung des Bösen" von Julia Corbin

Quelle: randomhouse.de
Sterne: 5/5
Seiten: 412
Verlag:Diana
Preis:  9,99€
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Inhalt:
„Schließ die Augen und zähl bis hundert.“ Dies sind die letzten Worte, die Alexis von ihrem Vater hört. Kurz darauf sind ihre Eltern tot, und das kleine Mädchen bleibt als Waise zurück, verfolgt von traumatischen Erinnerungen.

Dreiundzwanzig Jahre später ist Alexis Hall Kommissarin bei der Mannheimer Kripo. Die wahren Gründe, warum sie zur Polizei ging, kennt niemand. Als mehrere brutal entstellte Frauenleichen in einem Wald entdeckt werden und sie die Ermittlungen leiten soll, holt sie ihre Vergangenheit ein. Denn die weißen Anemonen, mit denen die Toten geschmückt sind, kennt Alexis nur zu gut - aus ihrer Kindheit …


Meine Meinung:
Dieses Buch ist mit Abstand eines der besten, das ich jemals gelesen habe!
Das Cover ist relativ unscheinbar -  mit ein Grund, warum dieser Thriller relativ lange auf meinem SuB warten musste. Ich wusste, dass es sehr gut sein soll, aber schon oft wurde ich darauf hin bitter enttäuscht.
Als ich aber zu lesen begann, war ich sofort gefesselt. Die Geschichte fängt unglaublich spannend mit der Vergangenheit von Alexis Hall an, und geht mit der grausamen gegenwärtigen Situation eines der Opfer weiter. Somit wird man sofort in's kalte Wasser geschmissen; es gibt keine Vorstellung der Figuren oder sonstiges Einstiegsgelabere, sondern es geht sofort los. Meiner Meinung nach sollte das bei jedem Thriller so sein.
Man lernt Alexis sehr schnell sehr gut kennen - und leidet im Laufe der Handlung mit ihr. Ich konnte mich teilweise nahtlos in sie hineinversetzen und die Geschichte hautnah miterleben. Auch die restlichen Charaktere waren sehr authentisch, auch wenn sie bis auf Karen (der Kriminalbiologin - was für ein Beruf!) und Alexis nicht groß ausgeführt werden. 
Was bei mir wohl am allermeisten punkten konnte, war der große biologische Anteil in diesem Thriller. Da die Autorin selbst Biologin und eine der Figuren Kriminalbiologin ist, wurde hier unglaublich viel Biologie mit eingebaut sowie sehr ausführlich erklärt. Das ein oder andere Mal musste ich schmunzeln, wenn manche Vorgänge wie zum Beispiel die Replikation der DNA erläutert wurden, da ich mich sofort an meine Bio-Abivorbereitung erinnert fühlte, die ja gerade mal 3 Monate zurück liegt. Für Biologie-Interessierte und -Faszinierte wie mich kann ich dieses Buch nur empfehlen. 
Der Schreibstil war meiner Meinung nach ebenso perfekt wie der Rest des Buches. Durch die detailreiche Beschreibung (mal abgesehen von längeren Bio-Erläuterungen) fühlt man sich direkt in das Geschehen hineinversetzt; es war mehr wie 3D-Kino als wie Lesen. Ich bin mal gespannt, wie ich die nächsten Nächte schlafen werde, nun, da einige minimal gruselige Gestalten auf meine Hirnhaut gebrannt wurden!
Fazit: Julia Corbin, Ihnen ist hiermit ein absolutes Meisterwerk geglückt. Ich habe es, trotz Zeitmangel, innerhalb von zwei Tagen durchgelesen, jeden Moment mit Alexis mit gelitten und dabei meine Nagelhaut wund gekaut. Ich freue mich auf den nächsten Teil (und den übernächsten, und den überübernächsten, ...) und kann dieses Buch an alle (insbesondere an Bio-Interessierte) absolut weiterempfehlen! 

Mittwoch, 16. August 2017

Rezension zu "Sag kein Wort" von Raphael Montes

Quelle: randomhouse.de
Sterne: 3/5
Seiten: 311
Verlag: Limes
Preis:   19,99€
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Inhalt:
Téo Avelar ist Einzelgänger und ein Medizinstudent, der sich im Seziersaal der Medizinischen Fakultät am wohlsten fühlt . Echte menschliche Gefühle bringt er nur für seine dortigen Studienobjekte auf – bis er Clarice begegnet, einem Partygirl aus gutem Hause. Vom ersten Moment an ist Téo überzeugt, dass Clarice die Frau seines Lebens ist. Er beginnt, sie zu verfolgen und zu beobachten, macht ihr Geschenke, ist geradezu besessen von ihr. Als Clarice ihn zur Rede stellt und unmissverständlich deutlich macht, dass sie nichts von ihm wissen will, schlägt Téo sie bewusstlos und entführt sie in ein entlegenes Hotel in den Bergen. Was nun folgt, sind aus Téos Sicht tatsächlich perfekte Tage. Dass er Clarice fesseln und knebeln muss, sobald er sie allein lässt, liegt schließlich nur daran, dass sie so widerspenstig und unvernünftig ist.

Meine Meinung:
Da dieses Buch so angehimmelt wird, hatte ich ziemlich hohe Erwartungen. Die Story, soweit bekannt, hat ja auch durchaus Potential. Was mich dann aber erwartete, war ein völlig kranker Medizinstudent, der zu noch kränkeren Mitteln greift um die Frau, die er liebt, zu seiner zu machen.
Anfangs hat man noch ein wenig Mitleid mit Téo. Er hat sich zum ersten Mal verliebt und versucht verzweifelt, Clarice von sich zu überzeugen. Aus seiner Verzweiflung heraus wird jedoch der Psychopath in ihm verstärkt. Er entführt seine Geliebte, betäubt und fesselt sie wieder und wieder. Die Handlung ist einfach nur...krank. Mir fällt kein anderes Wort zur Beschreibung ein.
An sich ist es in der Tat ein ziemlich spannender Thriller. Durchhänger gab es keine. Und genau hier liegt mein zweites Problem: Ein Höhepunkt folgt dem nächsten, es gibt kaum noch Verschnaufpausen. Das führte dazu dass ich beim nächsten irgendwann nur noch die Augen verdrehen und "war ja klar" murmeln konnte. 
Der Schreibstil ist ganz angenehm zu lesen, jedoch fand ich es wieder etwas nervig, dass beinahe jedes Kapitel mit einem Cliffhanger endete. Ab und zu gerne, aber doch nicht JEDES MAL!
Fazit: Wer auf kranke, absolut unrealistische und aus der Nase gezogene Thriller steht, darf und soll dieses Buch gerne lesen. Für Leute wie mich, die eher gerne etwas tiefgründigeres lesen, gibt es deutlich bessere Lektüren. Aber spannend war dieses Buch allemal. Und zwar alle 10 Seiten auf's neue.

Dienstag, 15. August 2017

Rezension zu "Good As Gone" von Amy Gentry

Quelle: randomhouse.de
Sterne: 3,5/5
Seiten: 317
Verlag: C. Bertelsmann
Preis:    12,99€
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Inhalt:
Tom und Anna haben das Schlimmste erlebt, was sich Eltern vorstellen können: Ihre 13-jährige Tochter Julie wurde entführt, alle Suchaktionen waren vergebens, die Polizei hat den Fall längst zu den Akten gelegt. Acht Jahre später taucht plötzlich eine junge Frau auf und behauptet, die vermisste Tochter zu sein. Die Familie kann ihr Glück kaum fassen. Doch schon bald spüren alle, dass die Geschichte der Verschwundenen nicht aufgeht. Anna hegt einen furchtbaren Verdacht. Sie macht sich auf die Suche nach der Wahrheit über die junge Frau, von der sie inständig hofft, dass es ihre Tochter ist, die ihr gleichzeitig aber auch fremd erscheint und das gesamte Familiengefüge gefährlich ins Wanken bringt …


Meine Meinung:
Ich habe dieses Buch schon länger bei mir rumliegen und habe bisher immer einen Bogen darum gemacht, da es oftmals als ziemlich schlecht verpöhnt wird. Ich muss sagen, dass es mir, obwohl ich mit einer ziemlich negativen Einstellung rangegangen bin, eigentlich garnicht so schlecht gefallen hat.
Die Geschichte ist mal was ganz anderes: Sie spielt 8 Jahre nach dem Verschwinden der 13-jährigen Julie, und auf einmal taucht sie wieder auf. Natürlich ist jeder glücklich, doch Mama Anna plagen immer mehr Zweifel, ob das wirklich ihre Tochter ist, die sie da aufgenommen haben, oder ob Julie doch schon lange tot ist. Die Gefühle werden sehr realitätsnah geschildert, über Verwirrung bis hin zum Glück und schließlich die Zweifel. Was ich jedoch sehr vermisst habe ist die Liebe. Weder in den Passagen, die aus der Vergangenheit erzählt werden, noch in der Gegenwart bekommt man wirklich was von der Liebe zu ihren Töchtern mit. Sie erscheint mir eher ziemlich roboterartig, kaum zu Gefühlen in der Lage.
Nicht nur Anna, sondern auch Jane und Julie kamen mir sehr kalt vor. Diese Charaktere hätten noch ein bisschen weiter ausgearbeitet werden müssen, ein bisschen mehr Tiefe hätte nicht geschadet.
Was ich als sehr verwirrend empfunden habe, waren die vielen Namen, aus deren Sicht im Laufe des Buches erzählt wurde. Ich hatte zwar von Anfang an die Richtige Ahnung diesebetreffend, aber konnte es nicht komplett kombinieren, kann es immernoch nicht.
Der Schreibstil an sich war relativ normal und hat mich nicht weiter gestört, allerdings fand ich die zum Teil langen Passagen ohne wörtliche Rede sehr anstrengend zu lesen. Hier hat die Spannung, an der es eh schon gemangelt hat, noch weiter abgebaut.
Fazit: Good As Gone war für mich zwar kein Highlight, aber auch nicht annähernd so schlecht wie andere es befunden haben. Ich bereue es nicht, es gelesen zu haben, hätte anderenfalls aber auch nichts verpasst.